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Begleitend zum Projekt »Wechselstrom« zeigt das Kommunale Kino Freiburg bis Ende Oktober preisgekrönte Kurz-, Spiel- und Dokumentarfilme von arabischen Regisseurinnen. Dass es unabhängige arabische Filmemacherinnen gibt, die ihre eigenen Bilder entwerfen und dabei gesellschaftliche und politische Restriktionen hinterfragen, läuft den westlichen Klischees von Frauen in arabischen Gesellschaften zuwider.  
Die marokkanische Filmemacherin Farida Ben Lyazid greift dabei in ihrem Film Keïd Ensa - Die List der Frauen auf mündlich tradierte Formen weiblicher Widerständigkeit zurück: »List ist für mich eine Form der Intelligenz. In einer patriarchalischen Gesellschaft wie der arabischen ist sie oft die einzige Möglichkeit für die Frauen, ihre Wünsche und Ziele zu erreichen. Über die Jahrhunderte hinweg entwickelten und bewahrten die Frauen so eine eigene Kultur, die mündlich weitergegeben wurde: Erzählungen, Lieder, Tänze. Diese Kultur der Frauen zeige ich in meinen Filmen«.
Keïd Ensa - Die List der Frauen
| Marokko 1999 | OmU | 88 Min. | Regie: Farida Ben Lyazid |
Lalla Aicha ist die Tochter eines reichen Kaufmanns. Nach einer Begegnung mit dem Sohn ihres Nachbarn, des Sultans, geraten ihre Gefühle in Aufruhr. Eine Liebesgeschichte beginnt: ein übermütiger Kampf der Geschlechter, von beiden mit aberwitzigem Aufwand betrieben, zunächst um das letzte Wort, nach der Hochzeit dann um die Macht. Obgleich der Prinz all seine königliche Gewalt einsetzt, triumphiert am Ende »Keïd Ensa« - die List der Frauen.
Das Märchen Die List der Frauen ist in den Mittelmeerländern in verschiedenen Variationen weit verbreitet. Die marokkanische Regisseurin Farida Ben Lyazid hat daraus eine hinreißende filmische Hymne auf das weibliche Geschlecht gemacht. Ihr Film schwelgt in den Kulissen des alten Orients, schönen Kostümen und arabischem Gesang.
Farida Ben Lyazid ist 1948 in Tanger, Marokko, geboren. Sie studierte moderne Literatur und Film in Paris. Sie ist Filmemacherin, Drehbuchautorin und war Kolumnistin für die marokkanische Zeitung Le Liberal.
| Mi 24.09. | 19:30 | Alter Wiehrebahnhof, Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Eintritt: 5,00/4,00 Euro |  La Zerda und die Gesänge des Vergessens
La Zerda et les chants de l'oubli
| Algerien 1980 | OmU | 60 Min. |
Assia Djebar ist die bekannteste Schriftstellerin Nordafrikas. Während einer zehnjährigen Schreibkrise wandte sie sich einem neuen Medium zu und drehte zwei international preisgekrönte Filme: La Nouba und La Zerda et les chants de l'oubli.
In La Zerda entwirft Assia Djebar ein komplexes Bild der Kolonialgeschichte Algeriens, wobei sie sich besonders auf die Rolle der Frauen in dieser schwierigen Epoche konzentriert. In kunstvoller Montagetechnik verbindet sie Erinnerungen und Gesänge von Algerierinnen mit Filmmaterial aus französischen Wochenschauen der Kolonialzeit. Die Kombination dieser Bilder lässt eine neue Leseart der Kolonialgeschichte Algeriens entstehen. »'Zerda' ist ein einheimisches Wort für Lustbarkeit, für ein Volksfest. Der Film feiert die Auffindung solcher Stücke der Vergangenheit, von denen Assia Djebar geglaubt hatte, sie wären für das kollektive Gedächtnis für immer verloren.« (Clarisse Zimra, im Nachwort zu Djebars Roman Die Frauen von Algier)
Regie: Assia Djebar | Buch: Assia Djebar, Malek Alloula | Schnitt: Nicole Schlemmer | Musik: Ahmed Essyad
| Fr 03.10., 19:30 | So 05.10., 19:30 | Alter Wiehrebahnhof - Haus für Film und Literatur | Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Eintritt: 5,00/4,00 Euro | 
Die Entwicklung des palästinensischen Filmschaffens ist untrennbar mit der israelischen Besatzung verbunden. Auch heute befassen sich viele Filme mit dem Konflikt. Wir zeigen Werke von zwei der bedeutendsten zeitgenössischen Filmemacherinnen, die selbstkritisch und ironisch den Prozess des Filmemachens unter den Bedingungen des Krieges reflektieren.  Like twenty impossibles
| Palästina 2003 | OmeU | 17 Min. |
Besetztes Palästina: Eine mit militärischen Checkpoints durchzogene Landschaft. Um geschlossene Übergänge zu meiden, nimmt eine Filmcrew kleine Nebenstrassen. Ihre Erfahrungen machen die Brutalität der militärischen Besetzung sichtbar. In Form eines visuellen Gedichtes und mit kurzen Erzählungen von Menschen fragt der Film aber auch ironisch nach künstlerischer Verantwortung und der Politik des Filmemachens.
Regie: Annemarie Jacir | Kamera: Phillipe Bellaiche | Musik: Kamran Rastegar | mit Reem Abu-Sbaih, Ismail Dabbagh, Raja’i Khateeb, Rami Mussalem, u.a. |
| Mi 08.10., 19:30 | So 12.10., 21:00 | Alter Wiehrbahnhof – Haus für Film und Literatur | Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Eintritt: 5,00/4,00 Euro |  News time
Zaman Al-Akhbar
| Palästina 2001 | OmeU | 52 Min. |
News Time wurde in den ersten Monaten der Zweiten Intifada gedreht. Wie aber dreht man einen Dokumentarfilm über die wohl meist gefilmte Krise der Welt, ohne an der üblichen Berichterstattung zu partizipieren? Die junge palästinensische Filmemacherin Azza El-Hassan will nicht noch mehr schockierende Fernsehbilder produzieren, sondern die Menschen in der »meistgefilmten Region der Welt« anders zeigen: privater, menschlicher, alltäglicher.
»Ich muss etwas Schönes filmen, eine Liebesgeschichte zum Beispiel«, sagt El-Hassan und erzählt von der seit dreißig Jahren blühenden Liebe zwischen ihrem Vermieter und dessen Frau. Während der Dreharbeiten wird Ramallah jedoch von Kampfjets bombardiert. Das Paar flieht aus der Stadt, und zurück bleibt eine Filmemacherin mit einem unfertigen Film. In einem neuen Anlauf wendet sie ihre Aufmerksamkeit vier Jungen aus der Nachbarschaft zu, die ihre Zeit mit Steinschleuder-Übungen verbringen, um sich im Fall eines Angriffs feindlicher Soldaten verteidigen zu können. Als einer der Jungen erschossen wird, muss sie auch diesen Versuch abbrechen. »Nachdem der Film die meiste Zeit versucht hat, der Banalisierung des Todes Bilder des Lebens entgegenzustellen, muss er das Sterben letztlich doch in seine Erzählung aufnehmen.« (Georg Felix Harsch)
| Mi 08.10., 19:30 | In Kooperation mit NAJDEH e.V. Freiburg (Soziale Hilfsorganisation für die Palästinenser) www.najdeh-freiburg.org | So 12.10., 21:00 | Alter Wiehrbahnhof – Haus für Film und Literatur | Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Eintritt: 5,00/4,00 Euro |  
Zeit der Männer, Zeit der Frauen
La saison des hommes
| Tunesien/Frankreich 2000 | OmU | 124 Min. |
Drei Generationen von Frauen stehen im Zentrum der Betrachtungen im zweiten Spielfilm der Tunesierin Moufida Tlatli, der auf tunesischen Insel Djerba spielt. Aïcha hat Said geheiratet, als sie achtzehn war. Wie seine Brüder arbeitet er elf Monate im Jahr in Tunis und lässt seine Frau in Djerba unter der Aufsicht seiner Mutter zurück. Einmal im Jahr kommen die Männer für kurze Zeit nach Djerba zurück - für Aïcha und ihre Schwägerinnen ein Fest, auf das die Frauen sich vorbereiten wie auf ihre Hochzeitsnacht. So ist es üblich in Djerba, doch die junge Aïcha will mit der Tradition brechen und bei ihrem Mann in Tunis leben…
Regie & Buch: Moufida Tlatli | Kamera: Youssef Ben Voussef | Musik: Anouar Brahem | mit Rabiaa Ben Abdallah, Sabah Bouzouita, Ghalia Ben Ali u.a.
| Mi 22.10., 19:30 | So 26.10., 19:30 | Alter Wiehrebahnhof - Haus für Film und Literatur | Urachstr. 40, 79102 Freiburg | Eintritt 5,00/4,00 Euro |  |
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