HERTA MÜLLER
»Auf der Stirn des Diktators sitzt eine Blattlaus und stellt sich tot.«
Herta Müller wurde 1953 in Nitzkydorf (Rumänien) als Angehörige der deutschsprachigen Minderheit im Banat geboren. Sie studierte von 1972-1976 Germanistik und Rumänistik in Temeswar und arbeitete anschließend als Übersetzerin in einer Maschinenbaufabrik, wurde aber entlassen, als sie sich weigerte, mit dem Geheimdienst »Securitate« zu kooperieren. Gelegentliche Anstellungen als Aushilfslehrerin für Deutsch. Das Erscheinen ihres ersten Buches »Niederungen« wurde jahrelang verhindert und erschien erst 1982 nach starken Eingriffen der Zensur in Rumänien, 1984 in der Originalfassung auch in Deutschland. Ab 1985 Publikationsverbot in Rumänien und sich weiter zuspitzende Repressionen aufgrund ihrer ungeschminkten Darstellung der Realität der Diktatur Ceauşescus in den westlichen Medien. 1987 Ausreise nach West-Deutschland, wo sie seither in Berlin lebt. Zuletzt veröffentlichte Herta Müller im Carl Hanser Verlag den Essayband »Der König verneigt sich und tötet« (2003) und Textcollagen mit dem Titel »Die blassen Herren mit den Mokkatassen« (2005). Ebenfalls bei Hanser erscheint im Herbst 2009 ihr neuer Roman »Atemschaukel«. Zu den jüngsten ihrer zahlreichen Auszeichnungen gehören der Berliner Literaturpreis, der Würth-Preis für Europäische Literatur und der Joseph-Breitbach-Preis. Seit 1995 ist Herta Müller Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung.